Ortsgeschichte

Blick in die Geschichte

Stipshausen wurde im Jahre 1334 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wie so oft, in ähnlichen Fällen, ist es eine kirchliche Urkunde, in der 'Stebeshusen', wie der Ort damals genannt wurde, erstmals auftaucht. Im Mittelpunkt der alten Akte steht die Gewährung eines Ablasses, der offensichtlich im Zusammenhang mit dem Neubau der ehemaligen Antoniuskapelle zu sehen ist. Eine erste urkundliche Erwähnung hat allerdings nichts oder nur sehr wenig mit dem tatsächlichen Alter eines Ortes zu tun. So verrät uns der Namensbestandteil '-husen', dass die Gründung Stipshausens auf die fränkische Siedlungsepoche um das Jahr 1000 zu datieren ist.

Der bei der Ersterwähnung verwendete Ortsname 'Stebeshusen' veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte über 'Stibshusen', 'Steibshausen' und 'Stiebshausen' (1850!) bis zur heutigen Schreibweise 'Stipshausen'. Offensichtlich konnten unterschiedliche Schreibweisen gar nebeneinander existieren. Während etwa in der ersten topographischen Karte, die die Preußen im Jahr 1850 fertigstellten, 'Stiebshausen' zu lesen ist, wählten nur wenige Jahrzehnte vorher, die französischen Behörden bereits die heutige Form 'Stipshausen'. Ähnlich sah es mit der Schreibweise der südlichen Hälfte unseres jetzigen Ortes aus.

Auf der Fläche des heutigen Dorfes waren im ausgehenden Mittelalter zwei politisch getrennte Gemeinden: eben jenes 'Stebeshusen' im Norden, das zum Hochgericht Rhaunen gehörte und im Süden 'Smerlbach' oder 'Schmerbach', das dem Amt Wildenburg zugeschlagen war und ein gemeinsames Weistum mit Asbach hatte. Grenze war der ursprüngliche Verlauf der Kehrbaches, der mitten durch den heutigen Ort fließt.


Text: Hermann Mosel, Stipshausen